Mein Mann, mein Hund und Ich

22 Mai 2007

Entwicklungen

Die Zeit vergeht...
Mein letzter Eintrag ist schon etwas her - aber seitdem ist einiges passiert.

Am 08.04.2007 feierten wir unseren ersten Hochzeitstag! Es ist schon Wahnsinn, wenn man mal genauer darüber nachdenkt. Nun ist schon über ein Jahr Ehe vorüber... Doch genauer betrachtet war es ein sehr gutes Jahr! Vincents Geburt und die kirchliche Hochzeit waren bis jetzt die schönsten Momente in meinem Leben!

Dann hatten wir erst vor kurzem unser Flitter-Wochenende in Rathen (in der Sächsischen Schweiz). Es war toll, mal zwei Tage kein nervenden Stöpsel, kein fiepender Hund und kein störender PC. Endlich mal Zeit nur für uns - so etwas sollte man öfters haben.
Vincent wurde vorgestern ein Jahr alt - wo ist das Jahr nur hin? Wir haben versucht, ihm einen schönen Tag zu bereiten: Seine Uromi, sein Onkel und seine Großeltern waren zu Besuch - mit allen haben wir einen Zoo-Besuch unternommen. Doch so ein Kindergeburtstag, auch wenn Vincent den noch nicht so wirklich mitbekommen hat, ist schon ganz schön anstrengend. Wie wird das erst, wenn er älter wird und Freunde einlädt???

Er hat sich auch weiter entwickelt: Er krabbelt wie ein Weltmeister und läuft auch schon (man muss ihn aber noch an einer Hand festhalten). Außerdem hat er schon acht Zähne - jeweils vier oben und unten. Er ist unser Sonnenschein! Er lacht die meiste Zeit des Tages, baut schon einigen Mist (sein Lieblingsspielplatz ist die Waschmaschine) und trommelt für sein Leben gern auf allem rum, was ihm in den Weg kommt. Er wird, und das würde seinen Papa riesig freuen, wenn alles gut geht mal ein Schlagzeuger (nennt man das so?)... 

Bei all dem (schon auch positiven) Stress um sich herum (ich hab von meinen vier Hausarbeiten heute die erste abschliessen können) wünscht man sich doch ein paar mehr freie Minuten - nicht nur für sich, sondern auch mit seinem Partner. Man möchte sein eigenes Fleisch und Blut nie wieder missen, aber ab und zu braucht man mal ne Pause. Vor allem die Partnerschaft leidet sehr darunter, wenn man nur noch Mama und Papa ist, aber nicht mehr oder nur kaum Mann und Frau. Man versucht, sich die Zeit, die einem gemeinsam bleibt, so gut es geht zu nutzen. Doch man möchte den Verwandten und Bekannten mit ständigen Babysitten-Anfragen nicht allzu oft auf der Tasche liegen.
Auf der anderen Seite findet man schwer zu Hause was, womit man sich dann zu zweit beschäftigen könnte. Da ist dann der PC oder der Fernseher, die locken - oder man guckt nur aus lauter Verzweiflung da rein, um überhaupt etwas zu machen.

Es ist schwierig für uns, etwas zu finden, was wir abends zusammen machen können. Da wohnen wir nun schon nicht auf dem Lande, und trotzdem fällt uns nichts ein. Wie geht es da Leuten, die wirklich gar keine Möglichkeit haben, mal rauszukommen? Begnügen die sich einfach mit weniger? Sind wir zu anspruchsvoll? Vielleicht... Doch um die Beziehung nicht einschlafen zu lassen, müssen wir etwas tun. Nur einer von uns beiden hat dann wieder keine Lust auf das, was gerade der andere möchte. Vielleicht machen wir es uns auch nur schwer.

Na ja, so hat sicher jedes Paar sein Problemchen, die es im Alltag bewältigen muss. Doch mit einigem Verständnis und Kompromissbereitschaft sollten sich diese Probleme lösen lassen, oder?

01 Dezember 2006

Fünf Monate

So, ich habe jetzt unseren kleinen Mann ins Bett gebracht - der Mittagsschlaf ist sehr wichtig, sonst ist er abends unausstehlich!

Vincent ist mittlerweile fünf Monate alt und entwickelt sich prächtig, sogar schneller als gedacht. Wir haben gestern mitbekommen, dass er seinen ersten Zahn bekommt - den linken Schneidezahn. Ich dachte immer, die Zähne kommen erst ab dem 6. oder 7. Monat. Das Gute ist aber, dass er es scheinbar locker wegsteckt: Er schreit weder mehr als sonst, noch hat er Fieber oder eine der anderen Nebenerscheinungen, von denen man so hört.
Vor dem Zähnekriegen kleiner Babys hatte ich immer am meisten Respekt und Angst, denn es gibt da ja genug Horrorgeschichten...

Ansonsten isst er mittags sein Gläschen (am Liebsten Sorten mit Banane und/oder Apfel) und hält uns ganz schön auf Trab mit seinem Bewegungstrang, auch wenn er noch nicht krabbeln kann.

Neben Vincent gibt es in unserem Leben noch unser Studium und die kirchliche Hochzeit, die nun in zwei Wochen stattfindet.
Das Studium von Thomas und meins laufen so vor sich hin - mal mehr, mal weniger. Ich kann ja noch nicht so, wie ich das vielleicht will. Wir haben nämlich immer noch keinen Krippenplatz - und das sehe ich auch noch nicht... Aber ansonsten habe ich schon zwei Referate hinter mich gebracht, nun fehlen nur noch die dazu gehörigen Hausarbeiten. Bei Thomas hindert nicht nur Vincent, sondern auch der innere Schweinehund am Vorwärtskommen :).

Als nächstes freuen wir uns auf die Hochzeit und die Taufe in zwei Wochen. Es wird sehr stressig, doch hoffentlich auch schön. Auch wenn schon einige Leute abgesagt haben, kommen noch ungefähr 50 Mann - so behält man wenigstens den Überblick. Mal schauen, ob alles glatt läuft oder ob doch noch irgendwelche Schwierigkeiten warten.

Doch am Meisten stolz sind wir auf unseren Sohnemann - er ist, für uns jedenfalls, der süßeste Knopf auf Erden (auch wenn das wohl jedes Elternpaar über ihr Kind sagen würde). Er lächelt die meiste Zeit am Tag - außer wenn er Hunger hat oder müde ist - und er gibt schon süße Geräusche von sich, die irgendwann einmal zu Wörtern werden sollen.

23 Juli 2006

Das Kennenlernen

Ich hatte mich überwunden. So telefonierten wir fast zwei Stunden und hatten uns trotz ständigem Mail-Kontakt immer noch viel zu erzählen.

Nach weiteren zwei Wochen kam das Thema auf, vor dem ich am Meisten Angst hatte - der Wunsch des Treffens. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätten wir uns wohl erst nach einem halben Jahr getroffen. Ich hatte kaum Erfahrungen mit Männern und ein bescheidenes Selbstwertgefühl, das konnte doch nichts werden. Und doch fand ich es süß, dass er auf ein Treffen bestand. Nach langem hin und her, wo wir uns treffen bzw. wer wen besucht, haben wir uns auf Leipzig geeinigt. Eigentlich wollte ich mit meiner Mitbewohnerin nach Berlin fahren und bei Verwandten von ihr übernachten - es wäre für mich undenkbar gewesen, bei einem wildfremden Menschen bzw. Mann (!), auch noch ganz alleine, zu nächtigen. Ich freute mich mittlerweile auch schon drauf, denn wenn das mit dem Mann nichts wird, kann ich mir wenigstens unsere Hauptstadt mal angucken, denn bis dato war ich nur einmal, und das für drei Stunden, in Berlin.

Doch es kam, wie man so schön sagt, erstens anders und zweitens, als man denkt. An dem Wochenende, als wir fahren wollten, fand in Berlin die Love Parade statt. Wollten wir bei einem gemütlichen Stadtbummel mit eingeschlossener Sightseeing-Tour tausende Raver dabei haben? Um Gottes Willen! So kam der große Unbekannte doch zu mir nach Leipzig...

Man, war das ein Wochenende. Ich war so aufgeregt wie vor den Abi-Prüfungen. Bevor ich ihn vom Bahnhof abholen sollte, habe ich eine geschlagene Stunde überlegt, was ich anziehen soll. Normalerweise bin ich in solchen Dingen eher kurz entschlossen und praktisch veranlagt, doch in dieser Situation war alles anders. Es zählte schließlich der erste Eindruck. Das nächste Problem: Wie sollte ich ihn am Bahnsteig, wo sicher viele viele Leute aus dem Zug aussteigen, eigentlich erkennen? Wir hatten uns zwar gegenseitig Fotos geschickt, doch ich weiß, wie ich auf Fotos, uns wie in der Realität aussehe. So ging ich doch mit sehr gemischten Gefühlen und einem arg nervösen Magen zum Gleis.
Es dauerte nicht lange - da kam plötzlich ein langer Kerl auf mich zu. Ist er das? Er lächelte mich an, also konnte nur er es sein. Er kam auf mich zu und umarmte mich - welch Begrüßung!

So verging das Wochenende auch sehr schnell. Ich zeigte ihm die schönsten Seiten und Ecken Leipzigs, wir unterhielten uns viel und ich bekam bereits am ersten Abend meinen ersten Kuss. Wir hatten uns gefunden - das Sprichwort, zu jedem Topf passt ein Deckel, hatte also doch recht. Auch wenn es noch eine Weile dauerte, bis wir uns ganz und gar für den jeweils anderen entschieden, war die Zeit des Kennenlernens doch eine sehr aufregende und spannende Phase in der noch jungen Bekanntschaft. Leider verfliegen die Schmetterlinge mit der Zeit, doch es bleibt das Gefühl des Geliebtwerdens. Es entwickelt sich eine Vertrauensbasis, auf der man die weitere Beziehung aufbaut. Auch die gegenseitige Liebe entwickelt sich weiter, denn durch gemeinsame Erlebnisse und Gedanken entsteht immer wieder ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Dieses, die Liebe und ein starkes gegenseitiges Vertrauen sind der Leim, der unsere Beziehung zusammenhält - und ich hoffe sehr, dass da nie ein leimlösendes Mittel dazwischen kommt.

22 Juli 2006

So fing alles an

Seit meinem ersten Blogeintrag ist ja schon so einiges passiert - ich habe meinen Freund kennen gelernt, geheiratet und ein Kind bekommen. Doch irgendwie bin ich am Anfang der Geschichte hängen geblieben und habe sie nicht weiter erzählt. Hier nun die Kurzfassung des bis dato Besten, was mir passiert war:

Ich war ja nur bis dahin gekommen, dass ich anfing zu chatten und auch gleich dabei "Erfolg" hatte - zumindest hat sich jemand Unbekanntes auf meine Einsteigerfrage gemeldet. Dieser Jemand war allerdings sehr kurz angebunden und unfreundlich. Im Nachhinein habe ich auch erfahren, warum...
Erstaunlicherweise blieb ich trotzdem dran und chattete circa zehn Minuten mit dem Unbekannten. Es war kein sehr erqickendes Gespräch, und doch gab er mir seine E-Mail-Adresse mit dem Kommentar, wenn ich Lust hätte, könnte ich ihm ja mal schreiben. Und das tat ich dann - auch wenn ich mich heute frage, was mich damals wohl geritten hat. Ein Typ, unfreundlich und irgendwie "frauenfeindlich", eh weit weg (er wohnte in Berlin, ich in Leipzig); und doch anziehend. So schrieb ich dann eine E-Mail und wartete gespannt auf die Antwort, die dann auch prompt kam. Darin zeigte er sich von einer ganz anderen Seite: Zuerst einmal war seine Antwort sehr lang, was mir sagte, dass dieser Mann unheimlich gern reden musste. Das passte ja perfekt, da ich jemand bin, der lieber zuhört als selber zu reden. Zum anderen war er in seiner Art und Weise wie ausgewechselt: Er war nicht mehr so abweisend und gereizt, sondern ganz im Gegenteil - die Freundlichkeit in Person.

So tauschten wir etwa zwei Wochen lang täglich E-Mails aus, die mit der Zeit immer persönlicher wurden. Er war mir, abgesehen von dem zehn-Minuten-Chat, sehr sympatisch, nur wusste ich nicht so recht, ob er mir vom Aussehen her auch zusagt. Denn er hatte gleich in seiner ersten Mail einen Link angegeben, wo man sich von ihm ein Bild machen konnte. Eigentlich mag ich Männer mit langen Haaren, doch es muss ihnen stehen. Hier hatte ich nun ein Exemplar erwischt, wo ich das verneinen würde. Egal, dachte ich, denn ich selber bin auch keine Schönheit. Ich müsste also wissen, dass das Äußere nicht das Wichtigste ist - auch wenn das die Gesellschaft anders sieht. So schickte ich ihm dann auch mit gemischten Gefühlen ein Foto von mir.

Es schreckte ihn nicht ab - welch Wunder, dachte ich. So kam es nach zweiwöchigem Mail-Austausch zum ersten Telefonat. Er hatte mir seine Nummer mitgeteilt, und so rief ich nach langem Kampf mit mir selber an. Ich, die am Telefon immer sehr kurz angebunden ist (außer, wenn ich mit meiner Mama telefoniere, das kann schon mal zwei Stunden dauern), soll jetzt zuerst den Hörer in die Hand nehmen. Nachdem ich, ich glaube eine Stunde lang, mit meiner Mitbewohnerin pro und kontra dieser Aktion abgewogen habe, kam ich zu dem Entschluss, dass ich nichts zu verlieren hatte. Es lief ja auch bis hierher ganz gut, also was sollte schon passieren...